Wo kann ein Aufenthaltstitel beantragt werden?

Erstanträge auf Erteilung eines Aufenthaltstitels sind prinzipiell vor der Einreise bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft, Konsulat) im Ausland zu stellen. Der Antragsteller/die Antragstellerin ist verpflichtet, die Entscheidung im Ausland abzuwarten. Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach dem Hauptwohnsitz des Antragstellers/der Antragstellerin.

Wird der Antrag bei einer nicht zuständigen Behörde eingebracht, weist diese den Antrag ohne weitere Bearbeitung zurück und informiert den/die AntragstellerIn über die zuständige Vertretungsbehörde.

HINWEIS
Anträge auf Erteilung eines Aufenthaltstitels können nur bei österreichischen Vertretungsbehörden eingebracht werden. Die Webseite des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres informiert darüber, wo es österreichische Vertretungsbehörden gibt. http://www.bmeia.gv.at/botschaften-konsulate
Eine Vertretung durch eine Behörde eines anderen Schengenstaates ist nicht möglich.

Ausnahme:
Folgende Personengruppen können einen Erstantrag auch im Inland stellen:

  • Drittstaatsangehörige, die visumfrei – das heißt ohne Visum – nach Österreich einreisen dürfen, können während des visumfreien Aufenthalts in Österreich einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels im Inland stellen;
  • HINWEIS
    Die Antragsstellung berechtigt nicht zur Überschreitung des visumfreien Aufenthalts, wenn das Verfahren nicht rechtzeitig, das heißt vor Ablauf des visumfreien Aufenthalts von maximal 3 Monaten innerhalb eines 6-Monatszeitraums, abgeschlossen wird.
  • weitere definierte Personengruppen nach §21 Abs. 2 des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes (siehe https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/12/Seite.120222.html )

Ferner kann die Antragsstellung im Inland auf Grund eines entsprechenden Antrags zugelassen werden, wenn kein Erteilungshindernis (wie ein rechtskräftiges Rückkehr- oder Aufenthaltsverbot oder eine Aufenthaltsehe, -partnerschaft oder –adoption***) vorliegt und nachgewiesen werden kann, dass dem/der AntragstellerIn eine Ausreise zum Zweck der Antragsstellung nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Dies kommt jedoch nur allenfalls dann in Betracht, wenn es sich bei dem/der AntragstellerIn um eine/n unbegleitete/n Minderjährige/n handelt oder die Ausreise der Aufrechterhaltung des Privat- und Familienlebens entgegenstünde.

Verlängerungsanträge (sowie zulässige Erstanträge im Inland oder Zweckänderungsanträge) können bei der zuständigen inländischen Niederlassungsbehörde beantragt werden.

Die Zuständigkeit im Inland richtet sich nach dem Wohnsitz bzw. dem beabsichtigten Wohnsitz des Antragstellers/der Antragstellerin. Dabei handelt es sich in der Regel um die Bezirkshauptmannschaft oder das zuständige Magistrat bei Statutarstädten (in Wien die MA 35).
 
*** Ehen, Partnerschaften oder Adoptionen, die ausschließlich oder vorwiegend zum Erlangen eines Aufenthaltstitels eingegangen wurden („Scheinehe“)